Die Energietransformation klingt oft gross und abstrakt. Dabei wird sie täglich mit ganz konkreten Massnahme Stück für Stück vorangebracht. Ob sie gelingt, entscheidet sich direkt vor Ort. In Quartieren, Gemeinden und Regionen.

Text: Marie-Joëlle Eschmann 

Die Energiestrategie 2050 gibt die Richtung vor: weniger CO2, mehr erneuerbare Energien und eine langfristig sichere Versorgung. Dabei geht es aber nicht allein darum, was alles erreicht werden soll. Die Frage ist vor allem, wie es erreicht werden kann. Die Antwort ist klar: mit Lösungen, die an die lokalen Gegebenheiten angepasst sind.

Denn die Voraussetzungen unterscheiden sich stark. Zwischen Frankreich und der Schweiz, zwischen dem Tessin und dem Jura oder zwischen einem dicht bebauten Quartier und einer ländlichen Gemeinde herrschen unterschiedliche Umstände, die entsprechender Lösungen bedürfen. Was jeweils funktioniert, hängt von den vorhandenen Ressourcen, der Netzinfrastruktur und den Bedürfnissen von Bevölkerung und Wirtschaft ab. Darum gibt es nicht die eine Lösung für alle, sondern viele unterschiedliche Wege zum selben Ziel.

Ein zentrales Prinzip dabei ist, Energie möglichst dort zu produzieren, zu nutzen oder zu speichern, wo sie gebraucht wird. Das kann Verluste reduzieren und die Netze entlasten, wenn Produktion und Verbrauch gut aufeinander abgestimmt sind.

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Baustein für die Energietransformation: Holzheizzentrale in Aesch

Wärmezentrale Aesch: Ein Baustein der Transformation

Ein konkretes Beispiel ist die Wärmezentrale Aesch von Primeo Energie. Sie nutzt regionale Holzhackschnitzel und eine Wärmepumpe, um erneuerbare Wärme für den Wärmeverbund bereitzustellen. Mit einer erneuerbaren Leistung von rund 4,6 Megawatt zeigt die Anlage, wie die Energietransformation in der Region konkret wird. Entscheidend für den Erfolg sind dabei nicht nur die Technik und die Ressourcen vor Ort, sondern auch das Wärmenetz, die Gemeinden und die Zusammenarbeit mit den Kundinnen und Kunden.

Genau hier liegt ein weiterer Schlüssel zum Gelingen: Die Energietransformation betrifft immer Menschen und ihr direktes Lebensumfeld. Deshalb braucht es frühzeitige Information, offene Gespräche und Lösungen, die verstanden und mitgetragen werden. Primeo Energie setzt darum bewusst auf den Austausch mit Gemeinden und Anspruchsgruppen, um Projekte langfristig tragfähig zu machen.

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Neue Rolle für Kundinnen und Kunden: Wer eine Photovoltaikanlage installiert, wird selbst Teil der Energieversorgung

Neue Rolle für Kundinnen und Kunden

Auch für Kundinnen und Kunden verändert sich die Rolle im Energiesystem. Wer eine Photovoltaikanlage installiert, eine Wärmepumpe nutzt oder ein Elektroauto lädt, wird selbst Teil der Energieversorgung. Aus Konsumentinnen und Konsumenten werden Prosumer: Sie verbrauchen Energie nicht nur, sondern produzieren, speichern oder steuern sie auch teilweise selbst. Das eröffnet neue Möglichkeiten, verlangt aber auch mehr Übersicht und ein bewussteres Energiemanagement. Digitale Lösungen wie die Hey App von Primeo Energie unterstützen dabei.

Für Gemeinden wird Energieplanung damit zu einer zentralen Standortaufgabe. Für Unternehmen und Gewerbebetriebe wird Energie zunehmend zu einem strategischen Thema, etwa wenn Lastspitzen reduziert, Eigenstrom besser genutzt oder Prozesse flexibler gesteuert werden. Auch hier gilt: Wer die lokalen Möglichkeiten kennt und gezielt nutzt, kann Kosten senken und das Energiesystem entlasten.

Für Energieversorger bedeutet das einen Wandel: weg vom reinen Lieferanten, hin zum Dienstleister und Koordinator. Primeo Energie vernetzt Produktion, Verbrauch und Speicherung etwa mit Smart Metern und intelligenten Energiemanagementsystemen. Ziel ist es, die Versorgung sicherzustellen und gleichzeitig die Integration erneuerbarer Energien voranzutreiben. Die Antwort auf die Frage, wie die Energietransformation gelingt, ist damit klar: nicht mit einer Lösung von der Stange, sondern mit lokal verankerten, gemeinsam getragenen und technisch intelligenten Lösungen. Genau dort treffen Strategie und Umsetzung aufeinander.

Ein vertieftes Gespräch zu regionalen Unterschieden, Herausforderungen und Lösungsansätzen führen Sylvain Waserman von der französischen Agentur für ökologische Transformation, ADEME, und Cédric Christmann, CEO von Primeo Energie, im «Rend-e-vous»-Podcast (auf Französisch). 

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