Auf dem BaseLink-Areal in Allschwil steht mit dem HORTUS eines der nachhaltigsten Gebäude der Schweiz. Realisiert wurde es im Auftrag der SENN-Gruppe, einer führenden Entwicklerin innovativer Immobilienprojekte. Für den konsequent nachhaltig geplanten Bau setzte SENN auf einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV), betrieben in Zusammenarbeit mit Primeo Energie. Gemeinsam zeigen sie, wie nachhaltiges Bauen und moderne Energiedienstleistungen ineinandergreifen und sich ergänzen.

Text: Viktor Sammain
Bilder: Natalie Russer und Timo Orubolo

Das BaseLink-Areal in Allschwil entwickelt sich zu einem der wichtigen Standorte für Life Sciences und technologieorientierte Unternehmen in der Schweiz. Die SENN-Gruppe spielt bei der Entwicklung der rund 50'000 Quadratmeter grossen Fläche eine zentrale Rolle und realisiert dort mehrere Grossprojekte, die sich unter anderem durch einen konsequenten Nachhaltigkeitsansatz auszeichnen.

Ein Gebäude sticht dabei besonders hervor: das Büro- und Dienstleistungsgebäude HORTUS. Entworfen wurde es von Herzog & de Meuron in Zusammenarbeit mit ZPF Ingenieure. SENN positioniert den Bau bewusst als Pilotprojekt für nachhaltiges Bauen. Ziel war es, die bei der Konstruktion eingesetzte Energie innerhalb einer Generation auszugleichen und den CO₂-Fussabdruck pro Quadratmeter deutlich zu reduzieren.

Eines der nachhaltigsten Gebäude der Schweiz: Das HORTUS auf dem BaseLink-Areal in Allschwil

Um dieses Ziel zu erreichen, setzte SENN auf eine innovative Materialstrategie. Die wesentlichen Bauelemente bestehen aus Schweizer Holz sowie aus Ton und Lehm, die beim Aushub vor Ort gewonnen wurden. Sämtliche Materialien wurden lückenlos dokumentiert. Dadurch entstand Transparenz über Herkunft, Einsatz und ökologische Wirkung der verwendeten Baustoffe. Besonderes Gewicht lag auf Materialien mit möglichst wenig grauer Energie und einem geringen CO₂-Ausstoss. Im Vergleich zu einem konventionellen Neubau aus Beton, der typischerweise bei 10 bis 12 Kilogramm CO₂ pro Quadratmeter Nutzfläche liegt, kommt der HORTUS auf rund 6 Kilogramm pro Quadratmeter.

Ein zentrales Element des Gebäudes sind die Photovoltaikanlagen, die von Anfang an als integraler Bestandteil des Bauwerks geplant wurden. Sowohl das Dach als auch die Fassadenflächen und das benachbarte Parkhaus des HORTUS sind mit Paneelen versehen. Sie tragen zur hohen Eigenstromproduktion bei und verbessern die energetische Amortisation des Gebäudes.

Um die Nutzung des Solarstroms weiter zu optimieren, entschied sich SENN für einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV). In diesen sind neben der Photovoltaikanlage auf dem HORTUS auch jene auf dem benachbarten Parkhaus integriert. Eine weitere Anlage wird auf dem künftigen HOPE-Gebäude folgen. Bei einem ZEV wird der erzeugte Solarstrom direkt an die beteiligten Verbraucherinnen und Verbraucher verkauft, etwa an Mieterinnen, Mieter oder Stockwerkeigentümer. Der Strom wird also nicht zuerst vollständig ins öffentliche Netz eingespeist. Der Solartarif ist dabei stets günstiger als der Strompreis, den die Nutzerinnen und Nutzer ohne ZEV bezahlen würden.

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Per App lässt sich die Leistung der PV-Anlage überwachen

So liegen Stromerzeugung und Stromverbrauch räumlich nahe beieinander. Der Eigenverbrauch wird maximiert, die Amortisationszeit der Anlagen verkürzt sich und die Endkundinnen und Endkunden profitieren von günstigeren Strompreisen.

Gleichzeitig kann der administrative Aufwand für die Verwaltung eines solchen Zusammenschlusses für Eigentümer anspruchsvoll sein. Der Betrieb erfordert klare Prozesse, eine zuverlässige Datenerfassung und eine transparente Abrechnung. Daher geben viele ZEV-Betreiber die Verwaltung an spezialisierte Dienstleister wie Primeo Energie ab. So auch im Falle des HORTUS.

Primeo Energie übernimmt die Messung und Abrechnung der Stromverbräuche sowie der 84 Ladepunkte für die Elektromobilität. Für Wärme und Wasser liefert Primeo Energie Datensätze an die Verwaltung. Die Vorteile liegen auf der Hand: Nutzerinnen und Nutzer erhalten klare, verständliche und strukturierte Abrechnungen. Für die SENN-Gruppe entsteht ein administrativ entlasteter Betrieb, bei dem die energetischen Ziele des Gebäudes auch im laufenden Betrieb konsequent unterstützt werden.

Der HORTUS verdeutlicht, wie nachhaltige Gebäudeplanung und moderne Energiedienstleistungen zusammenwirken können. Die Kombination aus ressourceneffizienter Bauweise, hoher Eigenstromproduktion und professionell organisiertem Energiedaten- und Abrechnungssystem zeigt, dass anspruchsvolle Nachhaltigkeitsziele technisch und wirtschaftlich umsetzbar sind. Für das BaseLink-Areal, das sich als Standort für Forschung, Entwicklung und nachhaltige Innovation positioniert, entsteht dadurch ein langfristiger Mehrwert.

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