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Treibhaus-Ausstoss 2023 in der Schweiz

Die Schweiz hat 2023 leicht weniger Treibhausgase ausgestossen als im Vorjahr. Der Rückgang betrug eine Million Tonnen auf 40,8 Tonnen CO2-Äquivalente. Insgesamt lagen die Emissionen damit 26 % tiefer als noch 1990. Am stärksten sank der Treibhausgas-Ausstoss in der Industrie gefolgt vom Gebäudesektor. Dagegen blieb der Ausstoss von Klimaschadstoffen aus dem Verkehr und der Landwirtschaft auf dem gleichen Niveau wie 2022.

Verglichen mit dem Jahr 1990 sank der Treibhausgasausstoss aus den Schweizer Gebäuden um 46 % auf 9,1 Millionen Tonnen, 0,3 Millionen Tonnen weniger als 2022. Damit haben die Bauten einen Anteil von 22,2 % am Gesamtausstoss. Im Industriesektor beläuft sich der Rückgang gegenüber 1990 auf 32 % und 0,7 Millionen Tonnen weniger als 2022. Beim Verkehr lag der Ausstoss 8 % tiefer als 1990. Mit 13,7 Millionen Tonnen verringerte er sich im Vorjahresvergleich aber nicht.

Neue Datenplattform für den Stromsektor: UVEK startet Bewerbungsverfahren

Das neue Stromgesetz, das von der Schweizer Stimmbevölkerung am 9. Juni 2024 angenommen wurde, sieht die Schaffung einer nationalen Datenplattform im Stromsektor vor. Das UVEK hat nun dazu eine Ausschreibung gestartet. Die Datenplattform sorgt für den sicheren und effizienten Datenaustausch zwischen den Elektrizitätsversorgungsunternehmen, den Bilanzgruppen, der nationalen Netzgesellschaft und den Endverbraucherinnen und Endverbrauchern. Dabei geht es um Messdaten von Produktion, Einspeisung und Verbrauch sowie um Stammdaten. Für Endverbraucherinnen und Endverbraucher bietet die Plattform einen einheitlichen digitalen Datenzugang, wodurch auch digitale Dienstleistungen, beispielsweise zur Reduktion des Energieverbrauchs, zugänglicher werden. Auch Behörden von Bund, Kantonen und Gemeinden wird Zugang zur Datenplattform gewährt, soweit dies für ihre Aufgaben notwendig ist. Die gesetzlichen Grundlagen für die Plattform sind im StromVG festgelegt. Die StromVV konkretisiert den Aufbau der Plattform.

 Electricity pylons in front of a sunset.

Swissgrid: Geschäftsjahr 2024

Swissgrid betrieb das Schweizer Übertragungsnetz im Geschäftsjahr 2024 sicher und zuverlässig – die Verfügbarkeit lag bei über 99,9 Prozent, trotz anspruchsvollem Umfeld.

Das Jahr 2024 machte erneut deutlich, wie wichtig die Zusammenarbeit unter den europäischen Übertragungsnetzbetreibern für die Netzstabilität und damit auch für das Gelingen der Transformation des Energiesystems ist. Zunehmende internationale Stromflüsse und das fehlende Stromabkommen mit der EU stellten Swissgrid vor Herausforderungen bezüglich Netzbetrieb, Netzstabilität und Rechtssicherheit. Hinzu kamen rekordhohe Exporte während des Sommers von bis zu 8,8 Gigawatt. Diese Faktoren führten zu Netzengpässen an den Landesgrenzen und entsprechenden Kosten im Bereich des Engpassmanagements (Redispatch-Massnahmen).

Im Berichtsjahr schloss Swissgrid erfolgreich eine Vereinbarung über Grenzkapazitätsberech-nungen mit den Netzbetreibern und Regulatoren der Region CORE ab. Diese Vereinbarung ist wichtig, da sie ungeplante Lastflüsse an der Nordgrenze reduziert. Sie ersetzt allerdings kein Stromabkommen zwischen der Schweiz und der EU, da sie nur einen technischen Teilbereich regeln darf und aus politischen oder anderen Gründen zurückgezogen werden kann.

Swissgrid gelang es, 2024 die Netzfrequenz stabil zu halten. Allerdings wurde eine deutliche Zunahme von Frequenzabweichungen verzeichnet. Wichtigster Grund dafür ist, dass es anspruchsvoller wird, die Solarstromproduktion vorherzusagen. Dies erforderte verstärkten Einsatz von Regelenergie und verursachte entsprechende Kosten für die Stromkonsumentinnen und -konsumenten. Immer häufiger muss Swissgrid entsprechende Abweichungen ausgleichen. Deshalb hat Swissgrid gemeinsam mit der Branche Massnahmen eingeleitet, um die Prognosequalität zu verbessern.

Um den sicheren Netzbetrieb auch in Zukunft zu gewährleisten, hat Swissgrid im Berichtsjahr über CHF 300 Mio. in den Ausbau und die Instandhaltung des Schweizer Übertragungsnetzes investiert. Im Berichtsjahr wurden Meilensteine bei verschiedenen wichtigen Netzprojekten erreicht. Die neue 380-Kilovolt-Leitung zwischen Mörel und Ulrichen stellt beispielsweise den Abtransport der Walliser Wasserkraft sicher. Mit der Erneuerung der Unterwerke in Mettlen und Lachmatt stärkt Swissgrid die Versorgung in den Regionen Innerschweiz beziehungsweise Basel-Landschaft. Insgesamt betreuen die Spezialistinnen und Spezialisten von Swissgrid über 250 Netzprojekte in allen Landesteilen.

Darüber hinaus plant Swissgrid im Projekt «Strategisches Netz 2040» auch das Netz der Zukunft. Im Sommer wurde das Zielnetz für das Jahr 2040 finalisiert und der ElCom zur Prüfung übergeben. Einzelheiten zum «Strategischen Netz 2040» wird Swissgrid Ende Frühling publizieren.

Das Unternehmensergebnis für das Geschäftsjahr 2024 betrug 103,8 Millionen Franken. (2023: 100 Millionen Franken). Der Verwaltungsrat beantragt eine Dividende von CHF 51,9 Millionen Franken (2023: 30 Millionen Franken).

Im Berichtsjahr beliefen sich die Gesamtinvestitionen auf 317,5 Millionen Franken (2023: 279,5 Millionen Franken). Der Beschaffungsaufwand sank auf 684,5 Millionen Franken (2023: 899 Millionen Franken). Das allgemein tiefere Preisniveau an den Stromhandelsmärkten führte zu tieferen Aufwänden bei der Wirkverlustbeschaffung und den Kosten für die Spannungshaltung. Höhere Kosten verursachten hingegen die Frequenzregelung (Beschaffung von Regelenergie) und das Engpassmanagement (Redispatch-Massnahmen). Die vom Bund beschlossene Stromreserve verursachte Kosten von 186,5 Millionen Franken (2023: 403,2 Millionen Franken).

Der Nettoumsatz stieg auf 1825,1 Millionen Franken (2023: 1219,2 Millionen Franken) aufgrund des höheren Tarifniveaus 2024. Der Anstieg ist auf die Verwerfungen an den Energiemärkten im Jahr 2022 zurückzuführen, da Swissgrid diese Kosten in den Folgejahren eintarifiert. 2026 werden die Leistungen von Swissgrid erneut günstiger.

Da das Unternehmensergebnis von Swissgrid im stark regulierten Geschäftsmodell entsteht, ist für 2025 ein Ergebnis auf dem Niveau des Berichtsjahres zu erwarten. Die Anpassung der WACC-Berechnung durch den Bundesrat wird ab 2026 zu einem tieferen Unternehmens-ergebnis führen.

Swissgrid hat 2024 ihr Engagement im Bereich Nachhaltigkeit weiter gestärkt und erstmals konkrete Klimaziele festgelegt. Bis 2030 sollen die direkt und indirekt von Swissgrid verursachten Treibhausgasemissionen (Scope 1 und 2) halbiert und bis 2040 um 90 Prozent reduziert werden. Dafür hat Swissgrid einen detaillierten Massnahmenplan erarbeitet, der ab diesem Jahr implementiert wird.

Die Herausforderungen im Netzbetrieb in der Schweiz und Europa werden weiter zunehmen. Damit die Transformation des Stromsystems gelingt, sind dringend schlankere Bewilligungs-verfahren nötig, wie sie beispielsweise die Netzexpress-Vorlage des Bundesrats vorsieht.

Darüber hinaus setzt sich Swissgrid entschieden für eine enge Zusammenarbeit mit der europäischen Nachbarschaft ein. Ein Stromabkommen mit der EU erhöht die Versorgungs-sicherheit und die Netzstabilität, ermöglicht Schweizer Akteuren Zugang zum europäischen Strommarkt und führt zu tieferen Kosten für Wirtschaft und Gesellschaft in der Schweiz.