Stromverbraucher und -produzenten können sich zusammenschliessen, um gemeinsam lokal erzeugten Strom zu nutzen. Die drei Modelle dafür heissen ZEV, vZEV und LEG. Im Interview erklärt Peter Hüsser, Experte für Energiegemeinschaften, was sie ausmacht und was es bei der Umsetzung zu beachten gibt.
Peter, was steckt hinter den Begriffen ZEV, vZEV und LEG?
Dahinter stecken Zusammenschlüsse von Stromverbrauchern und -produzenten, die gemeinsam lokal erzeugten Strom nutzen. Beim ZEV, dem Zusammenschluss zum Eigenverbrauch, sind alle Teilnehmer, etwa in einem Mehrfamilienhaus oder einer Siedlung, über ein gemeinsames internes Netz verbunden und nutzen den vor Ort produzierten Strom – meistens Solarstrom - direkt. Der virtuelle ZEV, also vZEV, funktioniert ähnlich, nur läuft die Verbindung über das öffentliche Netz. So können auch Nachbarn oder räumlich getrennte Gebäude gemeinsam Strom nutzen. Die LEG, die Lokale Elektrizitätsgemeinschaft, ist ab 2026 möglich und erlaubt es, Liegenschaften auch über grössere Distanzen in einer Gemeinde zu Elektrizitätsgemeinschaften zu verbinden.

«Wer Strom lokal produziert und direkt nutzt, spart Netzgebühren und damit Geld» - Peter Hüsser ist Experte für Energiegemeinschaften.
Was sind die Vorteile, und gibt es auch Nachteile?
Wer Strom lokal produziert und mit anderen direkt nutzt und teilt, kann Netzgebühren und damit Geld sparen. Gleichzeitig leistet man einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit. Und nicht zuletzt macht man sich ein Stück weit unabhängiger vom Strommarkt. Natürlich muss man auch Punkte beachten. So entfaltet sich der wirtschaftliche Nutzen nur dann voll, wenn Produktion und Verbrauch zeitlich möglichst gut übereinstimmen. Wenn der Strom nicht dann genutzt wird, wenn er produziert wird, sinkt der Eigenverbrauchsanteil und damit auch die Ersparnis.
Worauf sollten Produzenten und Verbraucher achten?
Produzenten sollten darauf achten, dass die Teilnehmenden in ihrer Gemeinschaft ein ähnliches Verbrauchsprofil haben. Wenn eine Photovoltaikanlage tagsüber Strom produziert, bringt es wenig, wenn der Hauptverbrauch erst nachts stattfindet. Verbraucher wiederum können ihren Vorteil maximieren, wenn sie grosse Stromverbraucher wie Wärmepumpen, Boiler oder Elektroautos möglichst dann betreiben, wenn die Sonne scheint und viel lokal erzeugter Strom zur Verfügung steht.
Welche Abrechnungsmodelle gibt es bei Energiegemeinschaften?
Bei ZEV, vZEV und LEG gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie lokal produzierter Strom intern verrechnet wird. Häufig wird ein fixer Einheitstarif definiert, es sind aber auch variable Modelle möglich, die sich an der tatsächlichen Produktion oder an bestehenden Stromtarifen orientieren. Neben dem Tarif stellt sich bei allen Modellen die Frage, wer die Abrechnung übernimmt. Das kann in Eigenregie erfolgen, etwa durch die Eigentümerschaft oder den Vorstand einer Gemeinschaft mit entsprechender Software. Alternativ kann ein externer Dienstleister Messdaten, Rechnungsstellung und Inkasso übernehmen. Möglich ist auch ein Full-Service-Modell über den Netzbetreiber, bei dem die interne Abrechnung gegen Gebühr in die reguläre Stromrechnung integriert wird. Für die Teilnehmenden ist das administrativ meist die einfachste Lösung. Primeo Energie wird das im Laufe des Jahres 2026 anbieten.
Wie unterstützt Primeo Energie Interessierte?
Wir begleiten Interessierte technisch und administrativ. Beim ZEV stellen wir die Smart-Meter-Infrastruktur bereit und übernehmen auf Wunsch die komplette Abrechnung. Seit 2026 können auch vZEV und LEG direkt über unser Kundenportal gegründet und verwaltet werden. Wir beraten bei der Wahl des passenden Abrechnungs- und Tarifmodells und sorgen für eine transparente und gesetzeskonforme Umsetzung. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website im Bereich Energiegemeinschaften.
ZEV, vZEV, LEG: Wir haben alle Informationen über Energiegemeinschaften für Sie auf unserer Website.
