Beim Stromverbrauch ging es lange vor allem um eine Frage: Wie kann ich weniger verbrauchen? Inzwischen kommt eine zweite hinzu: Wann verbrauche ich den Strom? Denn für das Stromnetz macht es einen Unterschied, ob viele Geräte gleichzeitig laufen oder sich der Verbrauch besser über den Tag verteilt. Aber was lässt sich in einem normalen Haushalt überhaupt verschieben?

Morgens geht die Kaffeemaschine an, am Abend wird gekocht, die Waschmaschine läuft irgendwann dazwischen. Unser Stromverbrauch folgt unserem Alltag. Und der lässt sich nicht beliebig umstellen. Niemand wird das Abendessen auf zwei Uhr nachts verschieben, nur weil das Stromnetz dann gerade weniger ausgelastet ist. Aber das ist auch gar nicht nötig. Interessant sind vor allem Geräte, die viel Strom brauchen und bei denen es nicht darauf ankommt, ob sie genau jetzt oder erst ein paar Stunden später laufen.

Das Elektroauto kann warten

Das beste Beispiel steht bei immer mehr Menschen in der Garage: Das Elektroauto. Rollt es abends um 18 Uhr nach Hause, muss es normalerweise nicht sofort mit voller Leistung wieder laden. Entscheidend ist nur, dass am nächsten Morgen genug Energie im Akku ist. Wann das Auto dazwischen tatsächlich lädt, ist meistens egal. Der Vorgang kann also in Zeiten verschoben werden, in denen das Netz weniger belastet oder der Strom günstiger ist. 

Kann auch mal später laden: Ein Elektroauto bietet gute Möglichkeiten, den Strombezug zu verschieben

 


 

Auch die Wärmepumpe hat Spielraum

Bei einer Wärmepumpe ist es ähnlich. Natürlich soll es zuhause nicht plötzlich kalt werden, nur weil die Heizung eine Pause macht. Ein Gebäude kühlt aber auch nicht sofort aus. Je nach Haus und Heizsystem kann die Wärmepumpe deshalb zu bestimmten Zeiten etwas stärker arbeiten und zu anderen etwas weniger. Noch mehr Spielraum gibt es, wenn Wärme zwischengespeichert werden kann. Wie viel sich tatsächlich verschieben lässt, hängt vom Gebäude, der Heizung und den Einstellungen ab. Eine schlecht eingestellte Anlage wird nicht dadurch effizient, dass man sie einfach zu anderen Zeiten laufen lässt.

Batteriespeicher: laden, wenn es passt

Wer eine Photovoltaikanlage und einen Batteriespeicher besitzt, kennt das Prinzip bereits. Mittags produziert die Solaranlage häufig mehr Strom, als gerade im Haus gebraucht wird. Der Überschuss wandert in die Batterie und steht später wieder zur Verfügung. Mit einer intelligenten Steuerung lässt sich noch mehr berücksichtigen: Wie viel Solarstrom wird voraussichtlich produziert? Wann wird im Haus viel Strom gebraucht? Wann ist Strom aus dem Netz günstiger? Das muss niemand von Hand ausrechnen. Das System kann selbst entscheiden, wann geladen und wann Strom aus dem Speicher genutzt wird. Mehr dazu gleich. 

Auch der Betrieb einer Wärmepumpe lässt sich zeitlich gut verschieben, ohne dass das Gebäude dadurch auskühlt

Und die Waschmaschine?

Natürlich lassen sich auch Waschmaschine, Geschirrspüler oder Tumbler zeitlich verschieben. Viele Geräte haben längst eine Startzeitvorwahl. Wer morgens aus dem Haus geht, kann den Geschirrspüler problemlos ein paar Stunden später starten lassen. Der Effekt ist aber kleiner als bei Elektroauto, Wärmepumpe oder Batteriespeicher. Es wäre deshalb etwas übertrieben, den ganzen Tagesablauf nach der günstigsten Zeit für eine Waschladung auszurichten. Wenn es ohne Aufwand geht: gern. Wenn nicht, muss niemand mit dem Wäschekorb vor der Strompreisanzeige sitzen.

Automatisierung statt Stundenplan

Genau hier wird es praktisch. Je stärker Strompreise und Netzauslastung im Tagesverlauf schwanken, desto mühsamer wäre es, ständig selbst zu überlegen, wann welches Gerät laufen soll. Diese Arbeit können Energiemanagementsysteme übernehmen. Sie verbinden zum Beispiel Photovoltaikanlage, Batteriespeicher, Wärmepumpe und Ladestation miteinander und steuern deren Betrieb automatisch. Der Mensch bleibt dabei der Chef. Das Auto soll morgens um sieben geladen sein? Im Haus sollen mindestens 21 Grad herrschen? Die Batterie soll eine bestimmte Reserve behalten? Solche Vorgaben lassen sich festlegen. Den Rest übernimmt die Steuerung.

Die Steuerung übernimmt ein Energiemanagementsystem im Hintergrund. Einfach per App einstellen und laufen lassen

Warum das Stromnetz davon profitiert

Mit Wärmepumpen, Elektroautos und Photovoltaikanlagen verändert sich auch die Belastung der Stromnetze. Wenn nach Feierabend viele Autos gleichzeitig laden oder an einem sonnigen Mittag sehr viel Solarstrom eingespeist wird, entstehen hohe Leistungsspitzen. Netze müssen für solche Spitzen ausgelegt werden. Wenn sich ein Teil des Verbrauchs um eine oder zwei Stunden verschieben lässt, kann die vorhandene Infrastruktur besser genutzt werden. 

Strom sparen bleibt richtig. Der Zeitpunkt kommt dazu.

Wer grössere Verbraucher wie das E-Auto oder die Wärmepumpe also zeitlich flexibel steuern kann, kann davon auch finanziell profitieren. Bei Primeo Energie gibt es dafür verschiedene Wahltarife. Bei Primeo Aktiv gelten feste Tarifzeiten. Besonders günstig ist die Netznutzung nachts sowie zwischen 12 und 17 Uhr. Wer etwa das Elektroauto, die Wärmepumpe oder andere grössere Verbraucher gezielt in diese Zeiten verschiebt, kann seine Stromkosten senken.

Noch flexibler funktioniert Primeo NetzDynamisch. Hier richtet sich der Preis für die Netznutzung stündlich danach, wie stark das Stromnetz voraussichtlich belastet ist. Wer seinen Verbrauch in weniger stark belastete Zeiten verschiebt, kann dadurch Netzkosten sparen. Ab 1. Januar 2027 wird daraus Primeo Dynamisch. Dann kommt zusätzlich eine dynamische Energiekomponente hinzu, deren Preise sich am Spotmarkt orientieren.