Das unsichtbare Gas SFbietet einerseits Schutz, wirkt sich andererseits jedoch auf das Klima aus. Warum es eingesetzt wird, welche Regeln gelten und wie Primeo Energie auf Alternativen setzt.

Text: Gabriel Vilares

Um was geht es bei SF6?

Schwefelhexafluorid, kurz SF6, ist ein künstlich hergestelltes Gas. Es ist farb- und geruchlos, nicht brennbar und im Normalzustand für Menschen nicht giftig. 

Warum wird es eingesetzt?

SF6 ist sehr träge und isoliert deshalb sowohl Wärme als auch Elektrizität besonders gut. Vorstellen kann man es sich als unsichtbares Schutz- oder Löschgas. Es löscht in Hoch- und Höchstspannungs-Schaltanlagen gefährliche Blitze – sogenannte ­ Lichtbögen –, die im Innern des Leistungsschalters beim Schaltvorgang entstehen, und sorgt für eine sichere Unterbrechung des Stromflusses. Ein weiterer Vorteil ist der geringe Platzbedarf: Eine gasisolierte Schaltanlage benötigt nur etwa fünf bis zehn Prozent des Platzes einer konventionellen Freiluftschaltanlage.

Ist es schädlich für das Klima?

Ja. Gelangen SF6-Emissionen in die Atmosphäre, bleiben sie dort gegen drei Jahrtausende erhalten und wirken sich sehr stark auf das Klima aus. SF6 gilt als stärkstes bekanntes Treibhausgas. Ein Kilogramm des Gases ist gleich wirksam wie 23 500 Kilogramm CO₂. Das entspricht ungefähr neun Hin- und Rückflügen einer Person von Zürich nach New York in der Economy Class.

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Primeo Energie verwendet bei allen neuen Schaltanlagen SF6-freie Lösungen, etwa hier im Unterwerk Breitenbach.

 

Sind Alternativen im Einsatz?

In Mittelspannungsanwendungen sind SF6-freie Alternativen seit 2026 Pflicht. Bei sehr hohen Spannungen ist der Ersatz technisch anspruchsvoller, wird aber vorangetrieben. Zu den vielversprechenden Lösungen zählen Luftisolierung oder alternative Isoliergasgemische. Primeo Energie verwendet bei allen neuen Schaltanlagen SF6-freie Lösungen und setzt Alternativen aus Luft, Vakuum und klimafreundlichen Gasgemischen ein.

Welche Regelung gilt in der Schweiz?

In der Schweiz ist der Einsatz von SF6 grundsätzlich verboten. Ausnahmen gelten dort, wo das Gas noch nicht durch andere Stoffe ersetzt werden kann, etwa als Isoliergas in elektrischen Hochspannungsanlagen oder in Teilchenbeschleunigern.