Die Heizung war monatelang kaum gefordert. Bevor sie wieder täglich läuft, lohnt sich ein kurzer Check. Manche Probleme lassen sich mit wenigen Handgriffen beheben – und ein gut eingestelltes Heizsystem verbraucht weniger Energie, ohne dass es zuhause kälter werden muss.
1. Gluckert der Heizkörper? Dann kann Luft im System sein
Ein Heizkörper gluckert, rauscht oder wird nicht überall warm? Häufig steckt Luft im Heizsystem. Das Heizwasser kann dann nicht mehr ungehindert zirkulieren, und der Heizkörper gibt weniger Wärme an den Raum ab.
Entlüften lässt sich bei vielen Heizkörpern selbst erledigen. Dazu das Thermostat vollständig öffnen, ein kleines Gefäss und ein Tuch unter das Entlüftungsventil halten und das Ventil mit dem passenden Schlüssel vorsichtig öffnen. Zischt Luft heraus, warten Sie, bis gleichmässig Wasser austritt. Dann das Ventil wieder schliessen.
Vorsicht: Das austretende Wasser kann heiss sein. Das Ventil sollte zudem nur so weit geöffnet werden, wie nötig.
2. Nach dem Entlüften den Wasserdruck prüfen
Beim Entlüften kann der Druck im Heizsystem sinken. Ein Blick auf das Manometer der Heizungsanlage zeigt, ob noch alles im vorgesehenen Bereich liegt.
Welcher Druck richtig ist, hängt von der Anlage und vom Gebäude ab. Eine pauschale Zahl gilt deshalb nicht für jede Heizung. Häufig ist der richtige Bereich direkt am Manometer markiert oder in der Bedienungsanleitung angegeben.
Ist der Druck zu tief, muss möglicherweise Wasser nachgefüllt werden. In einer Mietwohnung ist dafür in der Regel die Verwaltung oder der Hausdienst zuständig. Auch bei Unsicherheit gilt: lieber eine Fachperson fragen, statt selbst an der Anlage zu arbeiten.
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Nach einer langen Heizpause kann es vorkommen, dass ein Thermostatventil klemmt.
3. Thermostate einmal bewegen
Nach einer langen Heizpause kann es vorkommen, dass ein Thermostatventil klemmt. Der Heizkörper bleibt dann kalt, obwohl das Thermostat aufgedreht ist.
Drehen Sie die Thermostate deshalb einmal durch die verschiedenen Stufen und prüfen Sie, ob die Heizkörper reagieren. Sitzt das Ventil fest, sollte man nicht mit Gewalt daran arbeiten. Bei einfachen Thermostatventilen lässt sich der Thermostatkopf zwar abnehmen und der dahinterliegende Ventilstift vorsichtig auf Beweglichkeit prüfen. Lässt er sich nicht bewegen, ist die Fachperson die bessere Adresse.
Für die Raumtemperatur gelten als Orientierung etwa 20 Grad im Wohnbereich, 17 Grad im Schlafzimmer und 23 Grad im Badezimmer. Bei klassischen Thermostaten entspricht das ungefähr den Stufen 3, 2 und 4.
Dabei machen schon kleine Unterschiede etwas aus: Mit jedem zusätzlichen Grad Raumtemperatur steigen die Heizkosten um etwa 6 bis 10 Prozent.
4. Dem Heizkörper Platz lassen
Ein Sofa direkt vor dem Heizkörper, ein schwerer Vorhang davor oder eine Verkleidung rundherum: All das erschwert es der warmen Luft, sich im Raum zu verteilen.
Ein fixer Abstand in Zentimetern ist dabei weniger wichtig als eine einfache Regel: Die Luft sollte vor und über dem Heizkörper möglichst frei zirkulieren können.
Das gilt auch für das Thermostat. Wird es von einem Vorhang oder Möbelstück verdeckt, kann sich dort Wärme stauen. Das Thermostat misst dann eine höhere Temperatur als im übrigen Raum und regelt die Heizung zu früh herunter.
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Ein Heizkörper braucht Platz. Schon ein Vorhang kann die Luftzirkulation bremsen.
5. Passt die Einstellung der Heizung noch?
Bei einem Eigenheim lohnt sich auch ein Blick auf die zentrale Heizungssteuerung. Viele neuere Anlagen wechseln abhängig von der Aussentemperatur automatisch zwischen Sommer- und Heizbetrieb. Bei älteren Anlagen kann eine manuelle Umstellung nötig sein.
Prüfen Sie auch die eingestellten Heizzeiten. Läuft die Heizung regelmässig zu Zeiten, in denen niemand Wärme braucht, lässt sich das meist korrigieren.
Bei vielen Heizsystemen lohnt sich zudem eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur – vorausgesetzt, die Räume werden weiterhin ausreichend warm. Besonders bei Wärmepumpen ist eine tiefe Vorlauftemperatur wichtig für einen effizienten Betrieb.
An der Heizkurve sollte man allerdings nicht wahllos drehen. Wer sie verändern möchte und nicht genau weiss, wie die eigene Anlage reagiert, lässt sie besser einmal richtig einstellen.
Ein paar Minuten Kontrolle zu Beginn der Heizperiode reichen also oft schon, um kleine Probleme früh zu entdecken. Und wenn ein Heizkörper wieder gleichmässig warm wird oder die Heizung nicht länger läuft als nötig, spart das Energie, ohne dass am Wohnkomfort gespart werden muss.
