Das Bundesamt für Energie (BFE) hat eine Studie zum künftigen Speicherbedarf der Schweiz erstellen lassen. Die Untersuchung, erarbeitet unter anderem von ZHAW und HSLU, zeigt klar: Damit die Energietransformation in der Schweiz gelingt, braucht es hohe Investitionen in Energiespeicher, und zwar sowohl im Strom- wie im Wärmesektor. Primeo Energie ist in beiden Bereichen aktiv.
Energiesystem verändert sich
Unsere Stromproduktion verändert sich. Immer mehr Energie kommt von Solaranlagen, besonders im Sommer und besonders am Mittag. Das Problem: Strom wird oft genau dann produziert, wenn wir ihn gerade nicht brauchen. Abends oder im Winter sieht es umgekehrt aus: Weniger Sonne, aber hoher Verbrauch. Ohne Speicher müsste überschüssiger Strom «weggeworfen» oder teuer importiert werden. Besser ist es, Energie in Batterien zwischenzuspeichern und genau dann zu nutzen, wenn sie gebraucht wird. Das stabilisiert Preise, reduziert Importe und erhöht die Versorgungssicherheit.
Grossbatterien spielen eine zentrale Rolle
Die BFE-Studie «Bedarf an Energiespeichern» zeigt: Bis 2035 wären rund 4,3 Gigawatt an Grossbatterien wirtschaftlich sinnvoll. Diese grossen Speicher gleichen tägliche Schwankungen aus und sorgen dafür, dass Solarstrom nicht verloren geht. Kleine Heimspeicher dagegen sind aus Sicht des Gesamtsystems weniger effizient. Für die Stabilität des Stromnetzes sind grosse, zentral eingesetzte Batterien deutlich wirksamer.
Ein Beispiel aus der Praxis: Der Batteriespeicher in Kappel
In Kappel (SO) hat Primeo Energie die erste eigene Grossbatterie in Betrieb genommen - es ist zugleich aktuell noch eine der grössten schweizweit. Sie hat eine Leistung von 30 Megawatt und ein Speichervolumen von 80 Megawattstunden. Als Teil des modernen Stromsystems gleicht der Speicher kurzfristige Schwankungen aus und stabilisiert das Netz. Genau so, wie es die Studie empfiehlt.

In Kappel (SO) sorgt der erste Grossbatteriespeicher von Primeo Energie dafür, dass das Netz im Gleichgewicht bleibt.
Wärme speichern und damit Strom sparen
Spannend ist auch der Wärmesektor: Hier zeigt die Studie, dass grosse saisonale Wärmespeicher helfen können, Winterstrom zu sparen. Wie funktioniert das? Im Sommer steht viel Solarenergie zur Verfügung. Mit grossen Wärmespeichern kann diese Energie – oder Abwärme – gespeichert und im Winter zum Heizen genutzt werden. Dadurch sinkt der Strombedarf in den kalten Monaten. Die Studie berechnet ein wirtschaftliches Optimum von rund 350 Gigawattstunden Wärmespeicher, was den Winterstrombedarf um etwa 90 Gigawattstunden senken könnte, das entspricht ungefähr dem Stromverbrauch eines halben Wintertages in der Schweiz.
Beispiel Allschwil: Die Erde als Batterie
Auf dem BaseLink-Areal in Allschwil hat Primeo Energie eines der grössten Erdsondenfelder der Schweiz angelegt und nutzt das Erdreich als thermischen Speicher. Im Sommer wird Wärme im Boden gespeichert, im Winter wieder genutzt. So liefert das System Wärme im Winter und zudem Kälte im Sommer. Solche Lösungen zeigen, wie Speicher konkret dazu beitragen können, Energie effizienter zu nutzen und Strom dann einzusetzen, wenn er wirklich gebraucht wird.
Für das Baselink-Areal in Allschwil hat Primeo Energie eines der grössten Erdsondenfelder der Schweiz angelegt
Was bedeutet das für Haushalte und Unternehmen?
Für Haushalte bedeutet das vor allem mehr Stabilität. Wenn überschüssiger Solarstrom gespeichert statt weggeworfen wird, sinken extreme Preisschwankungen. Das Stromsystem wird robuster, insbesondere im Winter, wenn weniger Sonne scheint und der Verbrauch steigt. Weniger Abhängigkeit von kurzfristigen Importen erhöht die Versorgungssicherheit, und damit auch die Planbarkeit für jede Familie.
Für Unternehmen geht es zusätzlich um Wettbewerbsfähigkeit. Stabile Netze und abgefederte Lastspitzen schaffen Planungssicherheit bei Energiekosten. Das ist besonders für Industrie- und Gewerbebetriebe entscheidend, die auf eine verlässliche Stromversorgung angewiesen sind. Speicher erleichtern zudem die weitere Elektrifizierung, etwa bei Wärmepumpen, Elektromobilität oder elektrischen Produktionsprozessen.
